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  1. Ausrüstung/

Mein erster Wanderrucksack – warum es der Exped Lightning 45 wurde

·1258 Wörter·6 min
Disclaimer

Das hier ist ein persönlicher Erfahrungsbericht. Ich bin kein Profi, das hier ist kein Labortest und keine objektive Kaufberatung. Was für mich funktioniert, muss für dich nicht automatisch passen.

Mehr dazu findest du im Disclaimer.

Markus
Markus
Dieser Beitrag ist ein Rückblick darauf, wie ich damals meinen ersten eigenen Wanderrucksack ausgewählt habe. Heute würde ich manche Dinge anders bewerten, aber genau deshalb ist der Vergleich für mich spannend.

Wie alles anfing
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Während Corona trieb es mich aufgrund von Kontaktverboten mehr nach draußen. Und so ergab es sich, dass ich erste kleinere Tagestouren (mit Freunden und/oder Familie) in der näheren Umgebung unternommen habe. Dabei habe ich gemerkt, dass ich gerne Mehrtagestouren mit draußen schlafen machen möchte. Ich konnte mir vieles für eine erste kleine Tour leihen und danach stand für mich fest: Ich will mehr.

Und dafür brauche ich nun meine eigene Ausrüstung. Aber bevor ich mich mit der Ausrüstung beschäftigen wollte, musste ich einen Rucksack finden. Denn aus meiner Sicht ist er der wichtigste Gegenstand.

Emil
Was ist eigentlich der wichtigste Gegenstand? Ist es wirklich der Rucksack? Oder doch der Schlafsack oder die Isomatte?
Emil
Markus
Markus
Als erste Tour hatte ich mir den Rheinsteig ausgesucht und ich kann nur so viel vorweg verraten: Es verlief komplett anders als erwartet. Bei Gelegenheit dokumentiere ich die Geschichte nach. Falls du Fragen zum Rheinsteig hast, kannst du mich gerne kontaktieren.

Mein hartes Kriterium: 16 kg Tragelast
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Zu Studentenzeiten wollte ich bereits mit Freunden wandern gehen und hatte mir unbedarft einen Lowe Alpine Ferat 65+15 Liter-Rucksack gekauft. Ich erinnerte mich also noch zu gut daran, was da alles rein muss und was das schlussendlich wiegt. Da ich schon immer Probleme mit meinem Rücken hatte, und deshalb nie wirklich auf Tour gegangen bin, war mir klar: ich muss das etwas anders angehen. Also habe ich - wahrscheinlich eher willkürlich - mir ein Limit von 16 kg gesetzt.

Darüber hinaus hatte ich folgende Rahmenbedingungen:

  • 10 kg Basisgewicht
  • 3 Liter Wasser
  • Kapazität für ein paar Tage essen
  • ein wenig Puffer

Neben der Traglast von 16 kg habe ich dann 45 bis 50 Liter als Volumen ebenso wissenschaftlich festgelegt.

Emil
10 kg Basisgewicht klingt auf den ersten Blick wenig, es ist aber richtig viel! Erfahrene Ultraleichtwanderer kommen mit 6 kg und manche sogar mit noch weniger aus.
Emil
Markus
Markus
Niedergeschrieben klingt das alles sehr durchdacht und strukturiert, aber die Wahrheit wohl eher, dass ich willkürlich Rucksäcke bestellte und dann schlussendlich festgestellt habe, dass es bestimmte Rahmenbedingungen braucht. Diese sind also sehr wahrscheinlich eher während der Testphase als im Vorfeld entstanden.

Die Kandidaten
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Ich hatte eingangs bereits erwähnt, dass ich einen Rucksack ausgeliehen hatte. Der einfachste Weg wäre also gewesen, diesen Rucksack zu kaufen. Das hätte mir sehr viel Arbeit erspart, denn es gab an ihm - außer der Farbe - nichts auszusetzen. Aber man könnte ja was besseres verpassen. Also, darf ich die Kandidaten vorstellen:

Emil
Jeder der Kandidaten wurde mit demselben Gewicht von ca. 16 Kilogramm beladen und eine Stunde lang in der Bewegung getragen.
Emil

Bach Molecule 50
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Zu dem Rucksack hatte ich im Vorfeld einen Testbericht gelesen und ich fand ihn sehr interessant. Damals war ich noch nicht so sehr mit Ultraleicht-Equipment vertraut, so dass mir ein Gewicht um die 1 kg mit Option auf eine weitere Ersparnis sehr verlockend erschien. Der Hersteller hatte eine maximale Traglast von 18 kg angegeben, was sehr gut war. In der Praxis konnte er mich leider nicht überzeugen, da das (fehlende) Tragesystem ab 14 kg die Last nicht mehr zuverlässig tragen konnte.

sehr leicht (für 2022)
interessantes Befestigungskonzept
Heimlicher Favorit
bei einer Last von ca. 14 kg hat das Tragesystem nicht mehr zuverlässig funktioniert
hat beim Laufen “gequietscht”

Mammut Lithium 50
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Ich war langjähriger Mammut-Fan und so durfte auch kein Rucksack von Mammut in meiner Auswahl fehlen. Der Mammut Lithium 50 sah sehr vielversprechend aus. Den Mammut-Support habe ich im Vorfeld sogar kontaktiert, da auf der Webseite keine Angaben zum Maximalgewicht gemacht wurden. Laut Support: 18 kg. Also bestellt 😅

Im Gegensatz zum Bach Molecule 50 konnte der Mammut das Test-Gewicht von ~16 kg zuverlässig tragen und insgesamt hat der Rucksack sich gut auf dem Rücken angefühlt. Negativ fiel mir auf, dass die Seitentaschen etwas klein sind, so dass ich keine 1-Liter-PET-Flasche dort gut reinbekam (es ging, aber sah falsch aus). Darüber hinaus war mir zu viel Kleinkram dran, wie das Bodenfach und der abnehmbare Deckel.

Tragesystem trägt 16 kg
Orangefarbene Akzente - Ich bin leicht zu beeindrucken
Stretch-Front-Tasche
Seitentaschen für meinen Geschmack zu klein
Zu viel Kleinkram
hat mich nicht begeistert

Exped Lightning 45 (2022)
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Mein Testrucksack war ein Exped Lightning 45 (von 2019) und dementsprechend habe ich das Nachfolgemodell (2022?) bestellt, welches noch einige Verbesserungen hatte (die ich leider vergessen habe). Was mich an dem Rucksack anfänglich am meisten begeistert hat, war das etwas herausstehende “Rechteck” in der Mitte des Hüftgurts. Dadurch liegt der Rucksack nicht komplett direkt am Rücken an. Das harmoniert sehr gut mit meinem Hohlkreuz.

ausgeprägtes Rechteck
ausgeprägtes Hüftpolster am Rücken

Instinktiv würde man sagen, die Schultergurte sind viel zu klein. Aber ganz im Gegenteil, dadurch, dass sie so minimalistisch sind, stören sie überhaupt nicht.

Durch die minimalistische Bauform - es ist im Prinzip ein großer Sack mit Tragesystem - hat er perfekt zu meinen Bedürfnissen gepasst. Lediglich die Schnallen und Gurte sind stellenweise etwas lang, was störend sein kann, da sie umherbummeln.

Es geht auch verdammt viel in den Rucksack rein.

Das muss alles in den Rucksack
Das muss alles in den Rucksack!
Platzwunder, alles verstaut!

Tragesystem funktioniert bis 16 kg gut
Sehr minimalistisch (45L Sack mit Tragesystem)
damals regelmäßig für ca. 150 € im Angebot
Gutes Material (sehr wasserabweisend)
Große Seitentaschen (2 x 1-Liter-PET-Flaschen passen problemlos rein)
Nicht bis 18 kg belastbar (16 kg sind Maximum würde ich sagen)
Keine Meshtasche außen

Rundum: dieser Rucksack hat mir super gefallen und hat mich schon auf unzähligen Wanderungen begleitet.

Emil
Die Mesh-Taschen kann man übrigens nachrüsten: Exped Flash Pack Pocket
Emil
Markus
Markus

War das damals ein sauberer, objektiver Test?

Natürlich nicht.

Aber es war mein erster Versuch herauszufinden, was für mich funktioniert. Und dafür war der Exped Lightning 45 am Ende genau der richtige Rucksack.

Honorable Mentions
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Es gab noch viele andere Rucksäcke, die ich ausprobiert habe. Alle hatten ihre Vor- und Nachteile, aber insgesamt passten sie nicht in mein Anforderungsprofil. Entweder waren sie zu schwer oder sie boten zu wenig Volumen. Allerdings möchte ich den Vaude Asymmetric 42+8 und den Fjällräven Abisko 45 Friluft namentlich noch erwähnt haben. Der Vaude hat mir gut gefallen, leider bot er nicht den benötigten Platz. Der Fjällräven ist definitiv kein Rucksack für mich, ich fand ihn aber sehr interessant, weil er einfach anders ist als alle anderen, die ich getestet habe.

Was ich heute darüber denke
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Auch in 2026 ist der Exped Lightning 45 ein super Rucksack. Ich nehme ihn sehr gerne mit auf Tour. Ob ich ihn allerdings heute nochmal kaufen würde ist eher unwahrscheinlich: mir fehlt einfach die äußere Meshtasche. Dafür gibt es zwar ein Addon, aber das macht den Rucksack auch wieder schwerer.

Ich habe gesehen, dass Exped das Rucksackmodell noch einmal überarbeitet hat: Es gibt jetzt eine 40, 50 und 60 Liter Variante. Zusätzlich scheint eine Außentasche (ähnliche Funktion wie die Meshtasche) hinzugekommen zu sein. Dabei haben sie die dünnen Schultergurte gestrichen - die mir so gut gefallen - und normale “dicke” verwendet. Ich müsste ausprobieren, ob mir das noch genauso gut gefällt. Allerdings gibt es in dieser Gewichtsklasse inzwischen viele Alternativen, auch leichtere.

Emil
Und es gibt immer noch kein dediziertes Emil-Fach. Das ist sehr schade.
Emil